Die heilige Verena
Eine bedeutende Rolle für die Entwicklung von Zurzach spielte die Verehrung der heiligen Verena. Der Legende nach stammte sie aus Theben in Oberägypten.
Als Christin kam sie im Gefolge einer Legion aus Theben nach Europa bis Mailand. Sie blieb dort bis sie vom Märtyrertod der Thebäer vernahm, der sie veranlasste an den Ort des Martyriums, Agaunum (St. Maurice), zu ziehen. Von dort gelang sie nach Solothurn, wo sie sich, in einer Höhle lebend, der vielen Kranken und Armen annahm und als Christin verfolgt und eingekerkert wurde.
Als ihre Fürbitten den schwer erkrankten römischen Landpfleger Hitarkus heilten, wurde Verena zum Dank freigelassen und verliess Solothurn. Die Überlieferung besagt, dass sie auf einem Mühlstein die Aare bis nach Koblenz hinunter kam und nach Zurzach übersiedelte, wo sich eine Christengemeinde befand. Hier diente sie dem Pfarrer und pflegte bis zu ihrem Tode (344) die Kranken und Gebrechlichen. Die Symbole ihres Wirkens - Krug und Kamm - finden sich heute in den meisten Verena-Darstellungen wieder.
Nach ihrem Tod kamen Kranke von nah und fern an ihr Grab und baten um Hilfe. Auch Frischvermählte fanden sich ein, um reichen Kindersegen zu erbitten. Schon bald wurde das Grab der Heiligen zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. In seinem Sog entwickelte sich Zurzach zu einem bedeutenden Messeort Europas.
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